Druckvorstufe, How-To

InDesign: Text in Pfade konvertieren

9 Kommentare 07 Februar 2010

Viele Online-Druckereien geben in ihren Bedingungen für die korrekte Datenanlieferung vor, alle Schriften in Pfade zu wandeln. Auf Sinn oder Unsinn dieser Aktion will ich an dieser Stelle gar nicht eingehen. Viel mehr bekommt ihr hier eine Anleitung, wie ihr eure Schriften in InDesign korrekt in Pfade konvertiert.

Vorab: Der Befehl „Schrift → In Pfade umwandeln“ ist mit Vorsicht zu behandeln. Beim Wandeln mit dieser Funktion gehen viele Textattribute wie z.B. Absatz‑ und Zeichenformate entfernt.

Sicherer geht es mit folgendem Workaround:

  1. Erstelle eine neue Transparenzreduzierungsvorgabe (“Bearbeiten → Transparenzreduzierungsvorgaben → Neu…“) mit folgenden Einstellungen:
    Transparenzreduzierungsvorgabe Text_in_Pfade
  2. Danach müsst ihr sicher gehen, dass auf jeder Seite eures Dokuments ein transparentes Objekt vorhanden ist. Das kann z.B. ein kleines Rechteck mit weißer Füllung und 0 % Deckkraft auf der Musterseite sein. Ob eine Seite ein transparentes Objekt erhält könnt ihr in der Seitenpalette anhand des kleinen karierten Rechtecks prüfen.
    Seitenpalette mit Transparenz
  3. Im PDF-Export-Dialog wählt ihr PDF-Version 1.3 (in 1.4 und höher bleiben die Transparenzen erhalten und die Reduzierungsvorgabe greift nicht)
  4. Im Reiter „Erweitert“ wählt ihr eure soeben erstellte Transparenzreduzierungsvorgabe aus.
    Exportdialog

Mit einem Klick auf „OK“ wird euer PDF exportiert und die Schriften im Rahmen der Transparenzreduzierung in Pfade konvertiert. Alle Attribute bleiben dabei erhalten.


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Marc Diem ist gelernter Mediengestalter FR Operating und studiert derzeit an der Hochschule der Medien Druck- und Medientechnologie.

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Deine Kommentare

9 Kommentare bisher

  1. Wolf Eigner sagt:

    Sofern nicht ausdrücklich erforderlich, besser die Option »Konturen in Pfade umwandeln« *nicht aktivieren*, da sonst eventuell benötigte Linienrahmen für Schneidplotter u.Ä. ebenfalls in Flächen umgewandelt und damit für die weitere Verarbeitung unbrauchbar werden.
    Schöne Grüße aus München,
    W.E.

  2. Marc Diem sagt:

    Danke für den Hinweis.
    Daten für Schneideplotter würde ich allerdings direkt in einem Programm wie Illustrator erstellen.

  3. jonas sagt:

    Vielen Dank, auch für das Erwähnen der Fragwürdigkeit dieser Anforderung. Ich hab mich auch gewundert und dachte, ich würde irgendwelche Zusammenhänge nicht verstehen, aber da scheint es nicht nur mir so zu gehen.

    Dieser Workaround ist perfekt!

  4. Michael sagt:

    Hi, bin soeben über das Problem gestolpert, hab sowohl allein als auch im Beisein von Kollegen das etwa 10 mal hintereinander anhand deines Tutorials in InDesign CS5 so versucht, und trotzdem bleibt mein Text ein Text. Irgendeine Idee?

  5. Oliver sagt:

    CS5 hat einen Bug
    Workaround aus mediengestalter.info:
    Seiten-Bedienfeld >> [alle betreffendes Seiten/Druckbögen markieren] >> Bedienfeldmenü >> Druckbogenreduzierung >> Benutzerdefiniert… >> [entsprechende Einstellungen machen]
    Dann beim Export eine beliebige Reduzierung wählen, aber keinesfalls das Häkchen für »Abweichende Einstellungen auf Druckbögen ignorieren« setzen!

  6. Wolfgang sagt:

    Hallo,
    erstmal Danke für diesen Workaround. Betrifft der Bug denn auch das erstellen des Rechteckes auf der Musterseite? Ich kann machen was ich will, ich bekomme in der Seitendarstellung nicht dieses kleine transparente Rechteck. Kann wer helfen`?

    LG

  7. Hi! Ich habe CS5 und bei mir funktioniert der Workaround ebenfalls nicht, selbst nicht mit Olivers Workaround-Workaround :-(

    Das kleine „Transparenz-Rechteck“ in Indesign ist standardmäßig ausgeschaltet. Ihr schaltet es ein über Seite-Bedienfeld – Bedienfeldoptionen – Symbole: Transparenz (Haken setzen – OK).

    Trotz allem ist bei mir das PDF eine Datei mit eingebetteten Schriften. Nicht die geringste Umwandlung in Pfade fand statt.

    LG
    Stefan

  8. Stefan sagt:

    Hmm, ich muss mich selbst korrigieren: es funktioniert. Ich hatte bloß auf genau der Seite, die ich im PDF stichprobenartig untersucht hatte, eine Musterseite angewendet, die das transparente Objekt nicht beinhaltete :-)

  9. Denise sagt:

    Und was mache ich, wenn die Druckerei offen Daten mit Schriften in Pfaden haben will?! Dann bleibt mir doch nichts anderes übrig als die Schriften über Schrift → in Pfade konvertieren zu gehen, oder?! Allerdings bekommt der Font dann hässliche Kanten und ist alles andere als schön, wenn ich ihn von InDesign in Pfade konvertieren lasse. Sollte ich dann den Text im Illustrator umwandeln, um ihn dann wiederum als Verknüpfung in InDesign zu packen? Wäre eigentlich ja viel zu umständlich, aber mein geliebter Illustrator macht die Pfade wenigstens nicht hässlich…


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