Woher kommen die Ideen zu meinen Illustrationen?

Diese Frage stellen mir immer wieder die Leute, die sich meine Illustrationen ansehen und neugierig werden. Deswegen versuche ich heute mal hier im Blog kurz etwas dazu zu sagen.

Es gibt unterschiedliche Wege, wie die Idee zu mir kommt. Es kann vorkommen, dass ich einen Text lese, zu dem es ein Bild geben soll und sofort ist es da. Einfach so, es drängt sich mir förmlich auf. Dann ist nur noch die Frage, schaut die Figur nach links oder nach rechts, welches „Drumherum“ benötige ist und ist die Hose grün oder doch blau. Also im Verhältnis zur eigentlichen Idee Kleinigkeiten.

Dann kann die Idee auch länger brauchen. Dafür eignet sich dann ein sog. Brainstorming sehr gut. Ich schreibe dann alles auf, idealer Weise direkt ins Skizzenbuch, dann kann ich kleine Skizzen dazu anfertigen, wenn sich etwas ergibt. Da steht dann eine ganze Liste mit allem, was mir zu einem bestimmten Schlagwort oder einer Textpassage einfällt. Und es darf dabei gerne auch ausschweifend werden, weg vom eigentlichen Thema, denn erst dann wird es interessant. So kommt man von einem Begriff zum nächsten und entdeckt ganz neue Möglichkeiten, auf die man sonst nie gekommen wäre. Diese Methode ist sehr zu empfehlen.

Wenn ich mich festgefahren habe hilft es, anderen von den ersten Gedankengängen zu erzählen. Oder sie zu bitten, mir zu sagen, was ihnen spontan zu dem und dem Begriff einfällt. Häufig sind es dann Dinge, die man selber schon auf der Liste stehen hat, aber ab und zu tauchen auch neue Begriffe auf und man hat wieder neuen Input. Überhaupt ist es hilfreich, ab und an mal einen Kollegen oder einen völlig fachfremden auf die Skizzen schauen zu lassen und zu fragen, was er da sieht. So kann man abgleichen, ob das Dargestellte auch das zeigt, was im Text bebildert werden soll. Vielleicht ist man schon lange am Thema vorbei und merkt es nicht.

Noch eine Möglichkeit, die ich während des Studiums kennen gelernt habe, ist die, sich einen Satz, eine Artikelüberschrift o.Ä. herauszusuchen und den Sinn umzudrehen. Als Beispiel: „Wenn die Hühner schlafen gehen“. Daraus wird „Bevor die Küken aus den Betten hüpfen“. Dazu wird dann wieder ein Brainstorming angefertigt, jetzt sammeln sich evtl. ganz andere Begriffe als zu dem eigentlich zu illustrierenden Satz. Am Ende pickt man sich zwei der Begriffe heraus und versucht dazu eine Szene zu erfinden. Und sehr häufig passt sie auch auf den Ausgangssatz, ist nur viel verrückter und um die Ecke gedacht. Zumindest einen Versuch ist es wert.

Nun hoffe ich, dass ich euch ein paar Einblicke in den Ideenfindungsprozess geben konnte, zumindest so, wie er sich bei mir gestaltet.

Viel Spaß beim nachmachen und kreativ sein!

Veröffentlicht von

illumaus

- freiberufliche hamburger Illustratorin - neugierig auf Neues - immer Acrylfarben an den Fingern - Adobe Illustratorin-Bezwingerin - bunt und fröhlich - dabei immer harmonisch und nie quietschig - kindgerecht und dennoch vielseitig

Ein Gedanke zu „Woher kommen die Ideen zu meinen Illustrationen?“

  1. Danke für den Post. Ich denke so geht es Einigen krativen Köpfen. Die Gedankengänge hast du wunderbar zusammengefasst. Besonder das Wortdrehspiel ist interessant.

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