Schriftlizenzen stehen manchmal auch in der Schriftdatei

Als wir noch unsere „guten alten“ Type1‑ und TrueType-Schriften hatten waren die Dateien – schon wegen des begrenzten Zeichensatzes – immer schön klein. Die Copyright-Angaben standen dort schon immer drin:

%%CreationDate: 28. 8 1992 15 : 03
11 dict begin
/FontInfo 10 dict dup begin
/version (001.000) readonly def
/Notice ((c) COPYRIGHT H. BERTHOLD AG 1992 Alle Rechte vorbehalten.) readonly def

Das findet man auch heute noch so in Type 1-Schriften und Truetypes.

Diese Limitierung ist bei den OpenType-Fonts gefallen – dort sind Dateigrößen von einem MB keine Seltenheit mehr. So passt da nun auch eine Menge an Zusatzinformationen hinein: So habe ich letztlich in einer Schrift, die der SIL-Konvention unterliegt – Aurulent Sans – die komplette SIL-Lizenzvereinbarung gefunden:

This Font Software is licensed under the SIL Open Font License, Version 1.1.
This license is copied below […]

Es lohnt sich also immer mal wieder, einen Editor anzuschmeißen und mit ihm den Daten auf den Grund zu gehen. Das heißt jetzt nicht, dass in allen OT-Schriften oder in allen SIL-Schriften so verfahren wird, aber es gibt diese Möglichkeit.

Für Schriftentwerfer halte ich das für eine sehr praktikable Möglichkeit, weil so immer und bei jeder Schrift die Lizenz dabei ist.

Querverweise in InDesign für das Inhaltsverzeichnis (ab CS4)

Schon seit Jahren verwende ich die Inhaltsverzeichnis-Funktion in InDesign nicht mehr … wobei „nicht mehr“ ist nicht ganz richtig: Ich verwende sie einmal, um die Textgrundlage für mein Inhaltsverzeichnis zu erzeugen. Der Hauptmangel an dieser Funktion ist die Unmöglichkeit; ein gestaltetes Inhaltsverzeichnis zu erzeugen. Alle Formatierungen (z.B. Umbrüche) gehen bei der nächsten Aktualisierung verloren. Darum verwende ich (bereits seit der CS3 in Zusammenhang mit dem crossref.jsx) dafür nur noch die Querverweis-Funktion.

Es gibt zwei unterschiedliche Arten von Querverweisen. Für den einen muss ein Textanker im Text vergeben und benamt werden. Das geht über die Funktion Schrift | Hyperlinks und Querverweise … | Neuen Hyperlink einfügen. Hier muss Textanker ausgewählt und ein Name vergeben werden, der ist dann über das Menü Schrift | Hyperlinks und Querverweise … | Querverweis einüfgen zu referenzieren.

Das ist für ein Inhaltsverzeichnis zu aufwendig und es geht auch leichter:
Zunächst erzeugen wir ein IHV mit der Programmfunktion und löschen alles daraus, bis auf den reinen Text, den wir so gestalten, wie wir ihn haben wollen. Absatzformate mit und ohne Verschachtelungen, GREPs … halt was das Herz begehrt.

Ich verwende im Beispiel zwischen Text und Seitenzahl jeweils eine Leertaste und zwei rechtsbündige Tabs. Der erste Tab ist nur für die korrekte Positionierung der Linienpunkte – regelmäßig untereinander von rechts nach links!). Der zweite Tab ist für die Position der Seitenzahl. Nach dem zweiten Tab stelle ich via verschachteltes Format auf eine nichtgekernte versale Tabellenziffer um.

Nun positioniere ich die Schreibmarke hinter das letzte Zeichen einer Überschrift und rufe das Bedienfeld Schrift | Hyperlinks und Querverweise … | Querverweis einfügen auf:

Menüeinstellungen Querverweise - 1
Menüeinstellungen Querverweise - 1

Zunächst muss oben auf Absatz gestellt werden. Im Auswahlmenü links erscheinen nun alle verwendeten Absatzformate. Nach der Auswahl eines Formates erscheinen rechts alle Absatzanfänge mit diesem Format … hier ist der richtige Anfang anzuklicken. Unten ist nun noch von sichtbarem Rahmen auf unsichtbar umzuswitchen.

Aber was soll nun in der Zeile erscheinen? Ich möchte dort zunächst einen Space haben, damit der erste Punkt nicht wie ein Satzzeichenpunkt nach der Überschrift aussieht, dann zwei Tabs (siehe oben) und anschließend die Seitenzahl. Das selle ich unter Querverweisformat ein. Dazu klicke ich auf den Griffel.

Menüeinstellungen Querverweise - 2
Menüeinstellungen Querverweise - 2

Zunächst wähle ich links nur Seitenzahl aus … ein Blick auf die anderen Angaben gibt aber einen Eindruck von einer Teil der Möglichkeiten dieser Funktion.
Im freien Feld rechts erscheint nun die Codierung, wobei lediglich das „pageNum/“ in den spitzen Klammern benötigt wird.

Davor schreibe ich die von mir gewünschten weiteren Zeichen – in diesem Falle: ^S^t^t (= Geschützes Leerzeichen, Tabulator, Tabulator)

Menüeinstellung Querverweise - 3
Menüeinstellung Querverweise - 3

Diese Einstellung speichere ich für weitere Verwendung ab und weise mit ok zu. Mit den anderen IHV-Einträgen verfahre ich entsprechend.

Diese Querverweise werden automatisch ständig aktualisiert. Sie sind auch publikationsübergreifend funktionsfähig – bedingen dann aber, dass alle betroffenen Dateien offen gehalten werden. Was dann etwas auf die Performance geht …