Colormanagement einrichten – Adobe Creative Suite

Achtung: Inzwischen sind neue Profile herausgegeben worden: ECI_Offset_2008.

Colormanagement – ein Buch mit sieben Siegeln, so scheint es. Doch mit wenigen Handgriffen ist die Adobe Creative Suite bzw. die Produkte der Design-Umgebung: Adobe Photoshop, Adobe InDesign und Adobe Illustrator, bereit für den Einsatz in einem kalibriertem Workflow.

Besitzer der kompletten Suite dürfen sich freuen – mit Hilfe der Adobe Bridge lassen sich die Farbeinstellungen für alle enthaltenen Programme mit wenigen Mausklicks synchronisieren. Diese Einstellungen werden dazu genutzt, um Farben sowohl während der Anzeige auf dem Bildschirm, als auch bei der Ausgabe richtig darzustellen. Dabei kommen unterschiedliche ICC-Profile zum Einsatz, die den Farbraum eines bestimmten Ein‑ bzw. Ausgabegerätes beschreiben.

Die ECI hat einige Empfehlungen veröffentlicht, mit welchen Profilen man in der europäischen Druckvorstufe arbeiten sollte. Idealerweise stellt die European Color Initiative auch gleich die passenden Profile als Download zur Verfügung.

Als Arbeitsfarbraum für RGB-Daten empfiehlt sich das Profil eciRGB.icc, der folgende Anforderungen erfüllt:

  • Der Farbraum soll alle heutigen Druckfarbräume umfassen, gleich ob Bogen‑ und Rollenoffset, Tiefdruck oder Zeitungsdruck, wenngleich er nicht unnötig viel größer sein sollte
  • Gleiche Werte von Rot, Grün und Blau sollen neutrale Grautöne ergeben
  • Auch soll Gleichabständigkeit gegeben sein: Unterscheiden sich die eciRGB-Farbwerte verschiedener Farbpaare gleich stark, werden die Farbpaare auch ähnlich unterschiedlich wahrgenommen.
  • Die vorstehenden beiden Forderungen diktierten einen Weißpunkt von 5000 Kelvin und ein Gamma von 1,8.

Wer hauptsächlich Daten für den Offsetdruck produziert sollte als Arbeitsfarbraum für CMYK-Daten das ICC-Profil ISOcoated.icc benutzen und diese Einstellung nur dann ändern, wenn sich das Druckverfahren bzw. der Bedruckstoff ändert.

Nun aber zum praktischen Teil.
Die heruntergeladenen Profile entpacken und in den jeweils passenden Systemordner des Betriebssystems kopieren. In einer Windows XP-Umgebung wäre das beispielsweise der Pfad C:\WINDOWS\system32\spool\drivers\color\

Bevor wir mit der Adobe Bridge die Farbeinstellungen synchronisieren können, müssen wir zunächst ein „Einstellungsset“ anlegen, das danach als Vorgabe für alle anderen Creative Suite Produkte dient. Ich erkläre das hier am Beispiel von Adobe InDesign.

Nach dem Start von InDesign öffnen wir kein neues Dokument und schließen alle noch offenen Dokumente. Über das Menü „Bearbeiten“ gelangen wir zu den „Farbeinstellungen“. Für die Arbeitsfarbräume legen wir nun folgende Profile fest:

  • RGB: ECI-RGB.icc
  • CMYK: ISOcoated.icc

In den Farbmanagement-Richtlinien wählen wir sowohl für RGB als auch CMYK die Einstellung „Eingebettete Profile beibehalten“ und aktivieren alle drei Checkboxen, sodass im Falle einer Profilabweichung beim öffnen oder einfügen bzw. bei einem fehlendem Profil InDesign bei uns nachfragt, was zu tun ist.
Bei den Umwandlungsoptionen wählen wir das Modul „Adobe ACE“ und als Priorität (passend zu unserem Workflow Web/Druck) entweder „Wahrnehmung“ (auch bekannt unter Perzeptual, perzeptiv oder fotografisch) oder „Relativ Farbmetrisch“. Bei der Auswahl des richtigen „Rendering Intents“ scheiden sich die Geister. Ich für meinen Teil produziere meist Daten für den professionellen Offsetdruck und wandle deshalb oft RGB in CMYK, d.h. von einem großen Farbraum in einen kleineren. Ich habe mich deshalb für den Rendering Intent „Wahrnehmung“ entschieden. Je nach Bildmotiv, Druckverfahren oder Verwendung entscheide ich mich spontan für einen anderen Intent. Zu diesem Thema werde ich in kürze einen weiteren Artikel verfassen.

Nachdem nun alle wichtigen Einstellungen getroffen sind, speichern wir diese als „Preset“ für die anderen Anwendungen der Creative Suite erst einmal ab. Anzuraten ist die Vergabe eines sinnvollen Namens, der die getroffenen Einstellungen schon erahnen lässt, z. Bsp. „ecirgb_isocoated.csf“. Wir bestätigen noch mit „OK“ und schließen InDesign CS2.

Wie zu Beginn dieses Artikels erwähnt, werden wir nun die komplette Creative Suite mit diesen Farbeinstellungen synchronisieren. Hierzu öffnen wir die Bridge, wählen aus dem Menü „Bearbeiten“ den Punkt „Creative Suite Farbeinstellungen“. Im folgenden Fenster suchen wir den Namen unserer Preset-Datei (im Beispiel ecirgb_isocoated), markieren den Eintrag und klicken auf den Button „Anwenden“.

Jetzt arbeiten alle Produkte der Creative Suite mit den gleichen Einstellungen.

Veröffentlicht von

Daniel Sprenger

Daniel Sprenger ist Blogbetreiber, Autor und Mediengestalter aus Leidenschaft. Zwischen Print- und Webdesign, versucht er sich in der Freizeit an der Fotografie.

5 Gedanken zu „Colormanagement einrichten – Adobe Creative Suite“

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